Plattencover-Review: Howl – Kristin Anna

Was passiert, wenn die ehemalige Sängerin der isländischen Band múm sich in die Mojave-Wüste in Californien zurückzieht und ein Album aufnimmt?

howl

Artist: Kristin Anna

Label: Bel-Air Glamour Records

Release: 27. November 2015

Photographer: Elísabet Davíðsdóttir

 

 

Erde, Steine, ausgedörrtes Grün. Die Wüste ist auf den ersten Blick ein lebensverneinendes Gebiet. Doch in ihr hat sich ein spezielles Ökosystem einen Lebensraum geschaffen. Die Pflanzen und Tiere sindperfekt an ihre Umgebung angepasst, mit spezifischen Merkmalen ausgestattet und tarnen sich in der kargen Landschaft. Ist es aber auch ein Platz für Menschen? Wie kann sich sein Organismus an das Klima anpassen, wieviel Mimikry ist möglich?

Nun, das Cover zu Kristin Annas Howl zeigt das Ergebnis gut. Kristín Anna Valtýsdóttir ist auf den ersten Blick im Felsenmeer kaum auszumachen. Ruht der Blick länger auf dem Bild, ertastet das Auge langsam die Konturen eines menschlichen Körpers, erahnt Haare, Gliedmaße, Rundungen. Doch – niemals ein Gesicht. In verschiedenen Posen ist die 33-jährige Sängerin zu sehen. Sie liegt auf den Steinen, erklettert neue Vorsprünge oder fügt sich in die Formation in gekauerter Haltung ein. Ihre dunklen Haare verbergen ihr Antlitz, verleihen der Szenerie etwas entrücktes, anonymes und doch zugleich zugängliches. Es ist irgendjemand, es ist sie, es könnte aber auch Du auch.

Geschoßen hat die Bilder, die sich auf dem ganzen Sleeve zu einem Panorama zusammensetzen, die ebenflls aus Island stammende Fotografin Elísabet Davíðsdóttir. Sie besuchte Anna Kristin on Location und ließ sich von der Stimmung insprieren.

Nicht nur der Ort, auch die Stimmung des Artworks bilden eine Einheit mit der Musik.

howl-full

Der Sound des Albums kann am ehesten als rituell und sehr feminin beschrieben werden. Es ist die Auseinandersetzung einer 33-jährigen Frau alleine in der Wüste. Okkult, im besten Sinne urig und sehr experimentell. Die rund 83 Minuten Musik sind eine Reise in die künstlerische Persönlichkeit der ausdrucksstarken Künstlerin.

Trackliste:
Seite A – Velvet Breeze Pinkz The Zky, Eight World, Before We There
Seite B – Another Knowledge
Seite C – Hazy Omnizence, Where Are The Otherz, Dowzing Curiozity
Seite D – Ztir, Let Nature, Ancience Unborn

Mehr Arbeiten der Fotografin Elísabet Davíðsdóttir unter elisabetdavidsdottir.com

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