Plattencover-Review: Blackstar – David Bowie

Pünktlich zu seinem 69. Geburtstag hat David Bowie sein neues Album herausgebracht. ★  – sprich: „Blackstar“ – lässt viel Freiraum für Interpretationen – genauso wie das Coverdesign.

 

Artist: David Bowie

Label: Columbia

Release: 08. Januar 2016

Artwork: Jonathan Barnbrook

 

 

Wenige Künstler haben sich im Laufe ihrer Karriere so konsequent immer wieder neu erfunden wie David Bowie. Ob androgynes Wesen, Ziggy Stardust  oder Wanderer in West-Berlin: Immer wieder stand die Veränderung im Vordergrund, ging einher mit seinem musikalischen Werk. Die Kraft des Visuellen und die Stärke einer eigenen Ästhetik als Grundlage eines künstlerischen Werdegangs. Umso gespannter darf man auf die Gestaltung seines neuesten Plattencovers sein.

Erneut wurde für ★ der Grafiker Jonathan Barnbrook engagiert. Der gebürtige Brite arbeitete mit Bowie bereits 2002 für das Album Heathen zusammen, entwarf das Design für Reality 2003 und ist verantwortlich für das viel diskutierte – und wie ich finde gelungene – Artwork für The Next Day.

Die drei Cover von Jonathan Barnbrook für David Bowie.
Die drei Cover von Jonathan Barnbrook für David Bowie.

Mit Blick auf die vergangenen drei Cover zeigt sich bereits Bowies Abkehr von der Außenwelt. Je weniger bildhaft, desto zurückgezogener gab sich der Künstler im Umfeld der Veröffentlichung. Zu seinem neuesten Werk gibt es kaum Interviews, keine Tour und auch sonst wenig mediale Präsenz des Sängers.

bowieNur konsequent zeigt ★ kein Porträt, keine figürliche Darstellung oder Fotografie des Sängers.  Im Gegenteil: Zum ersten Mal verzichtet ein Cover David Bowies gänzlich auf bildhafte Darstellung. Barnbrook bedient sich in der monochromen Gestaltung lediglich reduzierter, grafischer Formen. Der Stern als grundlegendes Symbol ziert die Front. Durch das Cut-Out ist das Vinyl zu sehen. Zerlegt in einzelne Elemente ergibt das fünfzackige Symbol auf dem Sleeve den Namen Bowie.

Jonathan Barnbrooks ★ -Logo

Schwarz dominiert das Gatefold. “Blackstar is a dark album about dark times. I hope in what I’ve done there’s something that resonated with the darkness of the music in some way,” äußerte sich Barnbrooks in einem Interview zu seiner gestalterischen Intention.

Und wie passt das musikalisch? ★ ist auf jeden Fall nur zwei Jahre nach seiner Nummer-eins-Platte The Next Day weiterhin eine Abkehr von seinen früheren Werken. Es sind sieben Songs, die Jazz mit Elementen aus Dubstep und Pop vermischen. Sphärisch, düster und eine weitere Facette des genreübergreifenden Künstlers. Der Mann mit den vielen Gesichtern erfindet sich wieder neu. Er lässt Leerstellen – und verzichtet auf Bilder. Seine Musik hält genug davon bereit.

imablackstar.com

 

 

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3 Gedanken zu “Plattencover-Review: Blackstar – David Bowie

  1. ich denke nicht, dass david bowie nun “in frieden ruhen” wird. er war überzeugt, wie ich auch, dass in unserem universum nichts verloren geht und er sich auch jetzt nicht langweilen wird.
    meine heroes wie die rolling stones, der beatles-rest, iggy pop, ozzy osbourne, alice cooper, eric clapton, rod stewart und alle anderen, werden sich, einer nach dem anderen, vom acker machen und unsere zeit durch die gleiche pforte verlassen.
    es bleiben ihre songs, die mich mein leben lang begleitet haben.

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