Record Store Day: Kritik vorab

Der Record Store Day hat seinen ursprünglichen Sinn schon lange verloren – diese Klage ist seit ein paar Jahren immer lauter zu vernehmen. Nun hat der erste Plattenladen seine Konsequenzen gezogen.

Noch gut zwei Monate sind es, bis der Record Store Day wieder die Gemüter der Vinyl-Gemeinde spaltet. Die einen lieben, die anderen verteufeln den Event. Trotzallem und gerade deswegen, sollte man sich mit diesem Tag auseinandersetzen.

Ursprünglich war der Redord Store Day gedacht, um Indie-Künstler und unabhängige,kleine Plattenläden zu feiern – mit exklusiven Veröffentlichungen als Geschenk. Doch nach und nach wurde der Tag immer mehr zum Großereignis, Majors lockten mit teils abstrusen Releases und veränderten somit die Bedeutung des RSD. Über den großen Teich kam der Trend natürlich schnell geschwappt und seit ein drei Jahren gibt es auch ganz offiziell den Record Store Day Germany…

Jährlich werden speziell für diesen Tag zahlreiche Re-Issues und Sonderpressungen auf den Markt geworfen. Viele Sammler fiebern daher auf das Frühjahr und die Neu-Erscheinungen. Jagdtrieb garantiert. Die andere Seite ärgert sich über unnütze Pressungen, die die ohnehin angestrengte Lage in den Presswerken nur verschlimmert und eine Flut von teils abstrusen Editions auf den Markt schwemmt.

Liste mit geplanten Veröffentlichungen

Eine Liste ist nun vor ein paar Tagen im Internet aufgetaucht, die Platten nennt, die exklusiv für den Record Store Day am 16. April auf den Teller wandern können.

Und, nun ja, beide Lager können sich bestätigt fühlen. Hauptsächlich bestimmen Mainstream-Künstler die geleakte Liste. Chvrches, The Weeknd und Justin Bieber (come on?…) auf der Pop-Seite,  Metal mit Iron Maiden oder Rob Zombie und „Irgendwie-für-alle-interessant“ mit David Bowie, Frank Turner, Florence + The Machine. Wer gerne sammelt und sich an gängiger Musik erfreut, für den ist sicher einiges dabei. Doch das Ärgerniss mit Re-Issues, fraglichen Vinyl-Veröffentlichungen und dem ganzen Hype wird dadurch nur befeuert.

Der Berliner Store OYE hat als erster Plattenladen nun seine Konsequenzen daraus gezogen und den Boykott erklärt. Als Erklärung nannten sie, dass die Veröffentlichungen – vor allem seit die Majors so kräftig mitmischen – mit der musikalischen Linie nichts mehr gemein haben und dass die kleinen Labels, mit denen OYE eng zusammenarbeitet, durch die Pressorgien zum RSD noch mehr in bedrängnis kommen und länger auf ihre Lieferungen warten müssen. (Feature zum Thema)

Liste mit allen Titeln auf Riffyou.com

Offizielle Website des RSD Germany

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Ein Gedanke zu “Record Store Day: Kritik vorab

  1. Pingback: Record Store Day: Offizielle Platten – vinyl orchids

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